Das Stengel-Journal?

Journale zu führen um Pflanzen, Tiere und andere Lebewesen kennen zu lernen ist ein integraler Bestandteil der Wildnispädagogik. Bleiben wir bei den Pflanzen – Durch das Zeichnen der gesamten Pflanze kannst Du Dir Details zur Bestimmung besser merken.
Schliesslich muss Dein Gehirn bestimmte Merkmale speichern und während des Zeichnens wieder abrufen. Wichtig dabei ist, dass Du beim Zeichnen aus dem Gedächnis arbeitest und nicht aus dem Bestimmungsbuch oder in der echten Pflanze abmalst.

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Vögel verstehen lernen – Beispiel Raben

Eine Kernroutine in der Wildnispädagogik umfasst das Wissen um Vögel. Besonders die Vogelsprache ist von Interesse. Wie vielfältig das Leben unserer gefiederten Freunde ist erkennt man vielleicht durch die enorme „Gehirnleistung“ von Raben und Krähen.
Doch ein Wort der Wahrung – Wenn Du Vogelsprache „lernen“ willst, dann fange nicht mit dieser Familie an. Ich würde mit der guten Amsel beginnen. Rabenvögel sind kein guter Einstieg – diese Vögel sind uns Menschen wohl zu ähnlich…

Zurück zum Thema – Rabenvögel sind Überlebenskünstler und sehr trickreich. Ihre Lernfähigkeit ist enorm und wurde in der modernen Wissenschaft mehrfach nachgewiesen.
Doch auch unsere Jäger-und-Sammler Vorfahren sollen mit Hilfe von Raben auf Jagd gewesen sein. Zumindest soll diese Jagdtechnik von Nord-Amerikanischen Indianern vor kurzer Zeit noch eingesetzt worden sein. Ich war nicht dabei und kann somit nur die Geschichte weitertragen.

Doch wer die Intelligenz von Rabenvögeln kennt, kann sich eine Kooperation zwischen Raben und Mensch gut vorstellen. Ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema ist Josef Eichholf mit dem Titel „Rabenschwarze Intelligenz – Was wir von Krähen lernen können

Hier ein sehr feine Dokumentation über Rabenvögel und deren enormes Denkvermögen.

PS: Danke an Wikipedia für das schöne Foto der Krähe. Welche Krähenart ist das? Auflösung findest Du hier.

Herumstreifen

Zeit in der Natur schafft Augenblicke der Verbindung. In diesem Fall war es ein Spinnennetz, das mit Tau befeuchtet im Schein der Herbstsonne glänzt. Ein schöner Moment. Ich habe es zufällig beim Herumstreifen im Wald gesehen und gleich auf Lichtbild verewigt.

So ein Moment kann nicht geplant werden. Er entsteht durch unstrukturierte Zeit in der Natur und schafft eine Verbindung zur Wildnis. Das ist es, was Naturmentoren einsetzen und bewusst planen. Jon Young – der die Wildnispädagogik und das Naturmentoring nachhaltig geprägt hat – nennt dies in seinem Buch „Coyote-Guide“ das 50:50 Prinzip. 50% der Zeit einer Veranstaltung sind mit Programm verplant. Die restlichen 50% frei und unverplant. So beleibt Zeit zum Herumstreifen, Entdecken und Begreifen.

Das passt natürlich gar nicht in unsere von Effizienz getriebenen minutiös-terminplanenden modernen Welt. So mache Person bekommt die Krise wenn kein Plan und keine Struktur besteht. Da muss der Wildnispädagoge durchhalten und darf sich nicht beirren lassen.

Was hab ich nicht selbst durch Herumstreifen lernen dürfen. Ein Baum, der mir zuvor nicht aufgefallen ist, eine Feder, Pflanze oder eine Tierstimme. Das Herumstreifen regt die Sinne an. In Kombination mit Fragen ist die Kernroutine ein machtvolles Instrument.
Tom Brown Jr. nennt es „The Game“. Es geht darum immer Fragen zu stellen – Was ist es? Warum ist es hier? Was kann man damit machen?. Durch das Stellen von Fragen werden Verbindungen hergestellt, bestehendes Wissen mit neuen Entdeckungen verbunden und so ein neues Ergebnis – eine neue Wahrnehmung geschaffen.

Noch ein Wort zu den Fragen. Es geht nicht darum alle Fragen sofort beantworten zu können. Manche Fragen werden erst nach Tagen, Wochen bzw. Jahren eine Antwort finden. Und so manches wird nie beantwortet.

Umso öfter wir die Routine des Herumstreifens mit der Kraft der Frage einsetzen, desto besser wird die Verbindung und Bedeutung von Natur. Also plane mal ungeplante Zeit und schau was passiert.

Mehr zum Buch „Coyote-Guide – Einführung in die Wildnispädagogik“ von Jon Young gibt es hier.

Glutbrennen

Glutbrennen ist eine feine Tätigkeit am abendlichen Lagerfeuer. Das das Beste ist, dass das Brennen von Schüsseln und Löffel für Erwachsene, Jugendliche und Kinder gleichermaßen gut geeignet ist. Toll, oder?

Glutbrennen macht Spaß und einfach

Das Ganze ist relativ simpel. Zuerst muss klar sein welches Werkstück gemacht werden soll. Löffel, Schüssel oder einen Becher – Alles ist möglich und eine Frage der Geduld.

Wildnispaedagogik Glutbrennen

 

Welches Holz Du verwendest liegt an Dir. Ich mag eher weiche Hölzer wie Fichte, Pappel oder Weide. Manche meinen, dass harzige Bäume wie Kiefer oder Lärche nicht gut geeignet sind. Wenn Du beim Brennen eine Harzkammer erwischen solltest ist das Werkstück vielleicht nicht mehr zu gebrauchen.  Auch brennt das Ganze dann recht fein…

Nur giftige Hölzer sind wirklich nicht geeignet und müssen gemieden werden!
Welche giftigen Bäume kannst Du in unseren Breiten finden?

Die Essenz des Ganzen – Geduldig dran bleiben

Wie oft wollen wir mit der Kopf durch die Wand. Auch beim Brennen von Werkstücken kannst Du das oft beobachten 🙂